OHRKORREKTUR (OTOPLASTIK)
Früher:
Verformte und abstehende Ohren sind eine häufige Deformität, die gerade in jüngeren Jahren
als störend und psychisch belastend empfunden wird. Der deutsche Chirurg DIEFFENBACH führte
1845 die erste Ohrkorrektur durch. Er entfernte rückwärtige Ohrhaut und nähte das Ohr an
den dahinter liegenden knöchernen Schädel an. Erst wesentlich später konzentrierte man
sich auf die eigentliche Form der Ohrmuschel. Seither gibt es unendlich viele Methoden, den Knorpel und
die Haut des Ohres zu bearbeiten, um ihm eine dauerhafte, ästhetische Form zu geben.
Heute:
Wer und Was?
Das Ohr ist mit dem 4.-6. Lebensjahr relativ früh ausgewachsen, so daß man bereits in diesem
jungen Alter, aber natürlich auch zu jedem späteren Zeitpunkt eine Ohrkorrektur vornehmen lassen
kann. Das Ohr besteht aus einem individuell geformten, leicht biegsamen Knorpeltrichter, der von Haut
bedeckt wird und in den eigentlichen Gehörgang führt. Grob unterscheidet man die äußere
bogenförmige Begrenzung der Ohrmuschel (Helix), die dazu parallel verlaufende Falte (Anthelix) und
die innere schüsselförmige Vertiefung nahe des Gehörgangs (Concha). Neben einigen seltenen
angeborenen extremen Verformungen der Ohren (Schüsselohr, Tassenohr, zu großes Ohr) sind für
die viel häufiger vorkommenden abstehenden Ohren folgende Faktoren verantwortlich:
* unterentwickelte Anthelixfalte - der obere Pol der Ohrmuschel ist glatt und steht ab.
* übermäßig ausgeprägte Concha - das Innere des Trichters stellt sich schüsselartig
nach außen auf und läßt die Ohrmuschel vom Kopf abstehen.
* Winkel zwischen Ohr und Schädel ist zu groß - normal wäre ein Winkel von 30°.
Operationstechnisch wird in diesem Fall eine sogenannte Ohranlegeplastik durchgeführt. Für
die selteneren Deformitäten gibt es andere Verfahren z.B. eine Ohrverkleinerungsplastik.
Desweiteren kommen häufig auch Korrekturen an den Ohrläppchen vor: angewachsene oder zu große
Ohrläppchen, ausgeleierte oder ausgerissene gestochene Ohrlöcher.
Wie?
Das Vorgehen bei der häufigen Ohranlegeplastik richtet sich nach der individuellen anatomischen Gegebenheiten:
* Formung der Anthelixfalte - der obere Ohrmuschelanteil wird nach hinten gewölbt und liegt somit
wieder an.
* Entfernung von überschüssigen Knorpel der Concha - der "Schüsselrand" des inneren
Trichters wird erniedrigt, so daß die Ohrmuschel näher dem Schädel anliegt.
* Schmerzfreiheit während des Eingriffs durch Dämmerschlafanalgesie oder lokale Betäubung.
* Nicht sichtbare Narben befinden sich hinter dem Ohr als schmaler, unauffälliger Strich.
* Ein Stirnband wird nach der OP 2-4 Wo. erst Tag und Nacht, dann nur nachts getragen, um die neue Position
der Ohren zu unterstützen.
Eine Korrektur der Ohrläppchen kann ambulant in einem kurzen Eingriff erfolgen. Das Ohrläppchen
wird verkleinert, neu geformt oder die Ohrlöcher neu vernäht.
Wo?
Die Durchführung einer Ohrplastik ist in unserer Klinik ein Routineeingriff, der dennoch ein chirurgisch
sorgfältiges Vorgehen erfordert.
* Ausführliche, individuelle Beratung mit Diskussion des operativen Vorgehens.
* Kurze Behandlungs- und Erholungszeit Dauer des Eingriffs ca. 2 Std., 1 stationäre Übernachtung,
Verschwinden der Blutergüsse und Schwellungen innerhalb 2-3 Wo., Erreichen eines vorläufigen
Ergebnisses nach ca. 3 Mo., eines endgültigen Ergebnisses nach ca. 6 Mo., bei Ohrläppchenkorrekturen
entsprechend wesentlich kürzer.
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