Die Fettabsaugung hat sich in den letzten Jahren weiter entwickelt und ihre Methoden verfeinert. Beim Begriff der Liposuktion geht es nicht einfach darum, unerwünschtes Fettgewebe zu entfernen. Vielmehr versucht man als Facharzt für Plastische Chirurgie, die Harmonie des Körpers zu respektieren und gezielt Fettpölsterchen zu entfernen, wo sie nicht hingehören und die Körperharmonie stören. Mit Hilfe der modernen Fettabsaugung lässt sich die Struktur und Silhouette bestimmter Körperregionen dauerhaft formen. Dieses Umdenken bei der Liposuktion erklärt dann „neue“ und international verständliche Begriffe, wie z. B. Liposculpture.

Allgemeine Informationen zur Fettabsaugung

Unter der Haut liegenden Fett-Ansammlungen können an fast jeder beliebigen Stelle des Körpers dauerhaft durch Absaugen entfernt werden. Dennoch kommt es auf die Elastizität der Haut des Patienten an, um zu beurteilen, welche Art der Behandlung das gewünschte Ergebnis bringt. Ein erfahrener Ästhetisch-Plastischer Chirurg kennt die verschiedenen Möglichkeiten und Techniken und wählt die Behandlungsmethode aus, die eine optimale Wirkung und Sicherheit für den Patienten gewährleistet. So muss der Arzt bei den verschiedenen Körperregionen den unterschiedlichen Aufbau des Fettgewebes berücksichtigen und die Zonen differenziert behandeln. Das hat Auswirkungen auf Dauer und Intensität der Operation sowie auf den Heilungsprozess. Eine Fettabsaugung am Oberschenkel heilt sehr viel schneller als an den Waden. Besonders schonend für das Gewebe, die Gefäße und Nerven, ist heute die Vibrations-Liposuktion mit einer der Körperflüssigkeit angepasste Tumeszens-Lösung.

Von besonderer Bedeutung ist es, dass die Operation meist in örtlicher Betäubung im leichten Dämmerschlaf durchgeführt wird. Eine Vollnarkose ist nur selten nötig, aber auf Wunsch immer möglich.

Im Rahmen des Vorgesprächs zur Fettabsaugung werden Sie über frühere Erkrankungen befragt. Bitte teilen Sie deshalb alle wichtigen Vorerkrankungen, Operationen und evtl. Komplikationen, Medikamenteneinnahme und bekannte Allergien mit. Ihre Angaben hierzu sind besonders wichtig, um das Operationsrisiko so gering wie möglich zu halten.

Bei der Tumeszenz-Lokalanästhesie (tumescere, lat: aufblasen) werden große Mengen einer verdünnten Lokalanästhesie-Lösung ins Unterhautfettgewebe gespritzt. Der Lösung wird ein wenig Cortison beigemischt, um die entzündliche Reaktion des Gewebes und nachfolgende Schmerzen zu unterdrücken. Außerdem enthält die Lösung Epinephrin, das die Blutgefäße verengt, und Bicarbonat, welches ein schmerzfreies Infiltrieren der Lösung ermöglicht.

Sowohl das Ausmaß der Blutung während und die Schwellung nach der Operation werden durch die Tumeszenz-Lokalanästhesie enorm vermindert. Deshalb können die meisten Patienten bereits nach 1 oder 2 Tagen wieder zur Arbeit gehen. Bei den meisten Patienten kann direkt nach dem Eingriff eine gewisse Besserung der Körperform beobachtet werden, allerdings dauert es in der Regel 2 – 4 Wochen, bis alle Blutergüsse und Schwellungen zurückgegangen sind. Das endgültige postoperative Ergebnis soll auch erst nach 3 – 4 Monaten, in einigen Fällen nach 6 und mehr Monaten, beurteilt werden.

Bei der Fettabsaugung in Tumeszenz-Lokalanästhesie wird nach Betäubung des Gewebes eine lange, stumpfe „Nadel“ in das Unterhautfettgewebe eingeführt. Ich verwende hierzu Vibrationskanülen, die durch ein Handstück in hochfrequente Vibrationen versetzt werden. Dies ist die schonendste Methode der Fettabsaugung, da die Kanüle durch die Vibrationen den Bindegewebssträngen, Blutgefäßen und Nerven sozusagen ausweicht und schont. Die Hautschnitte, die hierzu angelegt werden müssen, sind nur 3 mm lang und nach wenigen Wochen kaum noch sichtbar. Kleinere Fettabsaugungen werden in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt. Bei größeren Fettabsaugungen ist eine stationäre Überwachung von 24 Stunden notwendig.

Nach kleineren Fettabsaugungen sind Sie so gut wie unbeeinträchtigt. Größere Fettabsaugungen führen gelegentlich zu leichten Schmerzen, die mit einem Muskelkater vergleichbar sind. Mit leichten Schmerzmitteln ist dieser Zustand gut zu ertragen.

Zu bemerken ist, dass alle Fettzellen die abgesaugt wurden, nicht mehr nachwachsen oder neu gebildet werden. Das bedeutet, dass die Körperform, die durch die Fettabsaugung erzielt wurde, beständig ist. Bei späterer Gewichtszu- oder -abnahme wird sich die „neue“ Körperform also proportional verändern, ohne dass z.B. wieder eine Reithose entsteht, die zuvor abgesaugt wurde.

Infolge der Fettabsaugung verändert sich auch der Hautzustand in der operierten Körperregion, und zwar so, als habe man durch eine besondere Diät genau an dieser Stelle abgenommen. Bei der Fettabsaugung werden mit der stumpfen Nadel viele Tunnel ins Fettgewebe gearbeitet, die sich während der Heilungsphase nach der Operation zusammenziehen und schrumpfen und so die Haut mit dem Muskelgewebe zusammenziehen. Um eine glatte Hautoberfläche zu erhalten, werden die Tunnel so angelegt, dass sie nach Möglichkeit von einer dünnen Fettschicht bedeckt sind.

Die Fettabsaugung ist die geeignete Methode, um Fettpölsterchen (z.B. Reithose) bei ideal- bis normalgewichtigen Menschen dauerhaft zu entfernen. Sie ersetzt keine Diät. Es werden Zonen behandelt, die durch Diät und gezieltes Training nicht beeinflusst werden konnten. Die ungeliebte Cellulite (Orangenhaut) wird durch die Fettabsaugung zum Teil günstig beeinflusst oder sogar deutlich verringert. Obwohl die Fettabsaugung oft zu spektakulären Ergebnissen mit eindeutig verbesserter Figur führt, ist es nicht realistisch, sich die Traumfigur und Gewebekonsistenz eines Teenagers zu erhoffen.

Wie bei jedem operativen Eingriff gibt es auch bei der Fettabsaugung Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen, wie z.B. Schwellung, Blutergüsse und vorübergehendes Taubheitsgefühl der Haut. Feine Hautunregelmäßigkeiten können gelegentlich als Folge der Fettabsaugung auftreten, sie werden durch die Tumeszenz-Technik jedoch minimal gehalten. Schwere Komplikationen, wie Blutung, Thrombose und Lungenembolie, Infektion des betroffenen Hautareals mit nachfolgender Zystenbildung, dauerhafter Gewebeverhärtung und Hautverfärbung, Fettembolie, allergische Reaktionen oder auch ausgeprägte Dellenbildung sind dank der modernen Technik äußerst selten geworden.